Nachfolgend einige
Bemerkungen
zu den drei Anschlagsarten Liegend, Stehend und Kniend:
Das
Liegendschießen

Dem
Zuschauer lässt sich kaum etwas Eintönigeres
antun.Der Schütze liegt eine halbe Ewigkeit
völlig reglos am Boden, in eine
unförmige Montur gehüllt, und das Gesicht mit
Pappstreifen
verdeckt.
Der Schütze erlebt dieses Ereignis jedoch völlig
anders. Jede
überflüssige Bewegung könnte das
empfindliche
Gleichgewicht der Spannungen durcheinander bringen. Man konzentriert
sich voll auf das innere Gefühl im Anschlag (völlige
Muskelentspannung), gleichzeitig müssen Atmung und Zielvorgang
mit
höchster Konzentration durchgeführt werden. Die
Schwierigkeit
des Liegendschiessens ist nicht das Ruhighalten an sich, sondern die
Konzentration und Muskelentspannung über einen
längeren
Zeitraum. In diesem Anschlag werden die besten Ergebnisse erzielt (200
von 200 Ringe sind möglich).
Das
Stehendschiessen

Der
Stehendanschlag ist für viele die anspruchsvollste Stellung.
Die
Schwierigkeit besteht darin, die Balance zu halten und trotzdem alle
Muskeln vollständig zu entspannen. Die kleinste
Änderung der
Fussstellung, der Hüfte oder des Stützarmes kann
erhebliche
Auswirkungen auf das Zielbild oder das Ruhighalten haben. Auch unser
Körper ist nicht jeden Tag gleich und stellt uns immer wieder
vor neue
Aufgaben.
Der Stehendanschlag
erlaubt viele Varianten. Bein- und
Hüftstellung, Kopfhaltung und Auflage auf der
Stützhand sind sehr
individuell und je nach Körperbau verschieden. Es gibt aber
einige
Grundsätze, welche beachtet werden sollten.
Die immer
wiederkehrenden Probleme sind aber gerade das Reizvolle an dieser
Stellung. Wir müssen uns mit unserem Körper und
unseren Stärken und
Schwächen auseinandersetzen und nach Lösungen suchen.
Steigern sich
dann aber langsam die Resultate sind Freude und Genugtuung doppelt
gross.
Das
Knieendschießen

Knieend
ist die
abschließende Disziplin im Dreistellungskampf. Nur
der harte Kern
der Dreistellungskämpfer ist mit dem komplizierten Sitz auf
der Rolle
vertraut. Knieendschiessen ist Gefühlssache und damit eine
weibliche
Paradedisziplin. Gerade darin hat das Knieendschiessen besondere Reize.
Es ist in grösserem Masse von Sensibilität, Rhythmus
und Taktik
geprägt. Weil es den Kampf beendet, verlangt es
zusätzlich Nerven wie
Drahtseile. Die Technik des Kniendschiessens beruht eher auf
Fingerspitzengefühl als auf Kraft oder Reaktion. Die feine
Dosierung
der Balance und der Muskelfasern ist wichtiger als Spannung und
Stärke.
Geniesser
schätzen und fürchten am Kniendanschlag seine
Wechselhaftigkeit. Er
lässt sich nicht stur einpauken, er lässt sich nicht
erzwingen, deshalb
ist bei jedem Schuss volle Aufmerksamkeit angesagt. Diese Eigenschaften
sind die Herausforderung
des Kniendschiessens.