Die Anfänge
des Schützenvereins Nieder-Erlenbach
In der Lersnerschen
Chronik finden sich Hinweise darauf, daß der
Schießsport in Nieder-Erlenbach bereits um das 15.
Jahrhundert ausgeübt wurde. Von einer
Vereinsgründung zu dieser Zeit ist aber nichts
überliefert. Nach der Gründung
des
Deutschen Schützenbundes in Gotha im Jahre 1861 fand im
darauffolgenden Jahr in Frankfurt am Main das erste deutsche
Bundesschießen mit der Beteiligung einer ganzen Reihe
Nieder-Erlenbacher Bürger statt. Im Jahr 1864 wurde dann am
31.
Juli der Schützenverein Nieder-Erlenbach gegründet.
Um den
Schießsport richtig durchzuführen, wurden bald am
Schwalbenberg 2 Bahnen à 175m und eine Bahn von 300m
Länge gebaut.
Gleichzeitig errichtete man noch eine Halle, um gegen
Witterungseinflüsse geschützt zu sein. Auf dieser
Sportanlage
fanden dann die Preisschießen, verbunden mit einem Volksfest,
statt. Die Vereinschronik berichtet, daß auf der Wiese eifrig
das
Tanzbein geschwungen wurde. Aus dem Jahr 1875 ist die erste Schießordnung bekannt.
Der Schützenverein zwischen den beiden Weltkriegen
Nach dem 1.Weltkrieg wurde der Verein am 27. Mai 1921
neugegründet.
Die erste größere
Veranstaltung war der
Schützenball im Januar 1922. Im Juni 1922 wurde ein
neuer Schießstand
an der Stelle errichtet, wo er sich noch heute befindet. Der
Bau wurde durch Spenden und die Ausgabe von Schuldscheinen
finanziert.
In den 20er und 30er Jahren machte der Verein alle Höhen und
Tiefen mit, nicht nur die wirtschaftlichen. Im Jahr 1933 wurde der
Schützenverein wie alle Vereine gleichgeschaltet und damit
seiner
Selbstbestimmung und Selbstständigkeit beraubt. Mit Beginn des
2.Weltkrieges kam das Vereinsleben allmählich zum Erliegen.
Der
Schießstand wurde zur vormilitärischen Ausbildung in
Anspruch genommen.
Der Schützenverein nach dem 2. Weltkrieg
Am 31. Juli 1953 versammelten sich einige alte Vereinsmitglieder.
Sie beschlossen, den 1945
von der
allierten Militärregierung aufgelösten
Schützenverein
1864
Nieder-Erlenbach fortzuführen. Anfang 1954 wurde der
Übungsbetrieb mit dem Luftgewehr aufgenommen.
Das Training und auch die Heimwettkämpfe fanden in
der Gaststätte "Zum
Kühlen Grund"
statt. Bereits
ein Jahr nach der Wiedergründung wurden Vereinsmeisterschaften
ausgetragen. Im Kreis Obertaunus wurde an Kreismeisterschaften und
Rundenkämpfen teilgenommen. Seit Oktober 1973
können im Bürgerhaus 9 Luftgewehr- bzw.
Luftpistolen-Stände benutzt werden.
Die
Kleinkaliberschützen mußten bis auf weiteres zu
befreundeten
Vereinen ausweichen. Der nach dem Krieg abgebaute Kleinkaliberstand
wurde unter großer Mühe
wieder aufgebaut und die Schießanlage
1957 in Betrieb genommen. Zwischen Schützenstand und Kugelfang
floß der Erlenbach hindurch. Bereits zehn Jahre
später ließ der Zustand des Schießstandes
kein Training und erst recht keine Wettkämpfe mehr
zu. Im Jahr 1971 begannen die Planungen für einen Neubau des
KK-Standes und
im Frühjahr 1975 war der erste Spatenstich. Die
Mitglieder beim Umzug
zum Schützenhaus. Am 8. und
9. Juli 1978 konnte der Schießstand mit 5 Bahnen
über 25m für Faustfeuerwaffen und 6 Bahnen
über 50m für Langwaffen, mit sanitären
Anlagen, einer Küche und einem Aufenthaltsraum eingeweiht
werden. In Eigenleistung
wurden rund 6000 Arbeitsstunden erbracht.
Im Jahr 1964 feierte
der Verein sein 100 jähriges Bestehen mit
einem Festkommers.
1979 jährte
sich die
Gründung Nieder-Erlenbachs zum 1200mal. Der
Schützenverein
beteiligte sich am Festzug mit einem Motivwagen und Schwarzpulverschützen.
Im Jahr 1989 wurde das 125. Bestehen des Vereins gefeiert. An dieser Stelle endet die niedergeschriebene Geschichte des Schützenvereins Nieder-Erlenbach und wir sind in der Gegenwart angekommen.